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Unerwartete Freude
Man erlebt ja viele Enttäuschungen, manchmal aber auch erfreuliche Überraschungen. So dieser Tage. Ich bekam eine Zuschrift vom Zweckverband Landeswasserversorgung mit der Bitte, eins meiner Gedichte, das man in einem Buch gefunden hätte, in einer Broschüre veröffentlichen zu dürfen. Ich freute mich darüber sehr und gab gerne die Zustimmung. Daraufhin erhielt ich heute ein Päckchen aus Stuttgart mit einem herzlichen Dank, sechs sehr schönen weißen Gästetüchern, einer Thermoskanne und einem Geldschein. Die Freude war umso größer, als man normalerweise nur immer gemolken wird. Wenn man sich mit einer Geschichte oder einem Gedicht an einer Anthologie beteiligt, bekommt man oft nicht einmal ein Frei-Exemplar, sondern muss für das eigene Buch sogar noch bezahlen. Heute habe ich echt eine Ausnahme erlebt, die mich den ganzen Tag sehr froh sein ließ.
Hier ist das Gedicht:
Sommerregen
Wasserlechzend stöhnt die Erde.
Sonne brennt so heiß.
Hunde schleichen in den Schatten,
Menschen rinnt der Schweiß.
Gras scheint grau, die Blumen trauern,
drückend ist die Luft.
Jedes Tier wie Mensch und Pflanze
nach der Kühlung ruft.
Dunkler schließlich wird der Himmel,
Wolken ziehen her.
Endlich fallen erste Tropfen
und dann immer mehr.
Leise dringt der feine Regen
in den Boden ein,
stillt den Durst der vielen Pflanzen
und kühlt Haus und Stein.
Blumen heben ihre Köpfchen,
Gras scheint wieder grün.
Dankend seh ich übers Land hin
Regenwolken zieh’n.
© Gisela Schäfer
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